Wie repariert man das Mantelrohr einer Produktpipeline, die unter einer stark frequentierten Bahntrasse und Bundesstraße liegt? In Bischofsheim stellten sich die Durchdenker diesem anspruchsvollen Sanierungsprojekt.
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Wie repariert man das Mantelrohr einer Produktpipeline, die unter einer stark frequentierten Bahntrasse und Bundesstraße liegt? In Bischofsheim stellten sich die Durchdenker diesem anspruchsvollen Sanierungsprojekt.
Ausgangssituation
Es sollte ein rund 87 m langer Abschnitt einer im Mantelrohr geführten Produktpipeline erneuert werden. Die Rahmenbedingungen waren anspruchsvoll: Arbeiten unter einer bestehenden Bahntrasse und Bundesstraße, eingeschränkter Zugang zum Mantelrohr und ein hoher Grundwasserspiegel im Dreieck von Rhein und Main.
Herstellung der Baugruben
Für das Bauvorhaben stellten die Durchdenker beidseits der Bahntrasse Baugruben mit Längen von 26 m bzw. 10 m und einer Tiefe von 4,50m her. Zur Sicherung der Baugruben kamen Spundwände zum Einsatz.
Vor dem Einbringen dieser, wurden durch den Kampfmitteldienst die Verbauachsen abgebohrt und freigemessen. Mehrere angebrachte Brunnen sorgten dafür, den Wasserstand im Arbeitsbereich zu senken, der in dem Gebiet besonders hoch war.
Herausforderung: Hoher Grundwasserspiegel
Trotz der vorab angebrachten Brunnen drang beim weiteren Ausschachten im Bereich der Kopfwand Wasser ein und spülte Sand in die größere Baugrube. Da eine Beeinträchtigung des Bahndamms nicht ausgeschlossen werden konnte, war eine schnelle und technisch geeignete Lösung erforderlich.
Durch das Verpressen der Kopfwand mit PU-Harz konnte der Wassereintritt deutlich reduziert und die Standfestigkeit des Baugrunds im Bereich des Bahndamms wiederhergestellt werden.
Austausch des Pipelineabschnitts innerhalb von 4 Tagen
Durch die Kürzung des 87,10 m langen Mantelrohrs konnte der Arbeitsbereich optimiert werden. Für den Austausch des Abschnitts stand ein enges Zeitfenster von nur vier Tagen zur Verfügung, um die Unterbrechung des Pipelinebetriebs so kurz wie möglich zu halten. Deshalb arbeitete das Team im Zweischichtbetrieb.
Das alte Rohr mit beschädigter bituminöser Umhüllung wurde abschnittsweise aus dem Mantelrohr entfernt. Die insgesamt 5 neuen Pipelineabschnitte wurden vorab vor Ort vorbereitet, in der Baugrube verschweißt und nach Prüfung der Schweißnähte mit PE-Band umwickelt. Rund 60m des Rohrs erhielten zusätzlich eine Umhüllung aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK).
Nach dem Einsetzen des Passstücks wurde der Hohlraum zwischen Mantelrohr und Produktrohr im Anschluss mit Dämmer verpresst, um eine kraftschlüssige Lagerung und einen dauerhaften Korrosionsschutz sicherzustellen.
Ergebnis: Betriebssicherheit nachhaltig erhöht
Mit dem Austausch des im Mantelrohr geführten Leitungsabschnitts konnte die Betriebssicherheit der RMR-Pipeline in einem sensiblem Infrastrukturkorridor nachhaltig erhöht werden, ohne den Bahnverkehr zu beeinträchtigen.